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Gymnastik – Bazon Brock ONLINE-ACTION-TEACHING

Gymnastik

ONLINE-ACTION-TEACHING „Gymnastik gegen das Habenwollen“ von und mit Bazon Brock
Eine Kooperation von ZOLLAMT mit DENKEREI und DORF.TV
„Es wird immer mehr produziert. Die Produkte der Konsumkultur können aber nur kurzfristig das Aneigungsverlangen befriedigen. Deshalb ist es notwendig, eine Gymnastik gegen das Habenwollen auszubilden: die Wegwerfbewegung. Tägliche Übung bringt weit. Man fängt bei sich selber an, seinen Schuhen, Möbeln, Kleidungsstücken. Utensilien, öffnet das Fenster zum Hof und auf geht‘s. Es liegt nahe, Gegenstände dafür zu benutzen, die schon ihrem Charakter nach zum Wegwerfen bestimmt sind wie Papierkleider, Papiermöbel usw.“, Bazon Brock, „Denker im Dienst“, „Künstler ohne Werk“, Kunsttheoretiker und einer der prominentesten Vertreter der Fluxus-Bewegung.

Mit ZOLLAMT GYMNASTIK wird ein neuer Ausbildungszweig in Richtung Leibesübung und Grenzerfahrung geschaffen. Dabei bieten die geografischen, politischen, natürlichen und körperlichen Grenzen das „zollamtlich-ideale Gymnastikfeld“ der Zukunft.
Das mehrjährige Forschungsprojekt GYMNASTIK eröffnet Bazon Brock (GER) mit einer Gymnastikstunde der besonderen Art: „Gymnastik gegen das Habenwollen“. Als ONLINE-ACTION-TEACHING ausgeführt bildet es eine Kooperation von ZOLLAMT, DENKEREI und DORF.TV. Mit im Team sind neben Bazon Brock, Helene Baur (AUT), Joachim Baur (AUT), Fina Esslinger (AUT), Andrea Haberl-Zemljič (AUT/SLO), Karmen Jančar (SLO), Katharina Ratschiller (AUT), Georg Ritter (AUT), Marina Sawall (GER), Andrea Schabernack (AUT), Franz Spielbichler (AUT) und Walter Verhovnik (AUT).
Bereits zum ersten Mal aufgeführt wurde das Aktionslehrstück 1962 in Frankfurt am Main. Die Vermittlungsform des Action Teachings (Aktionslehrstück) ist ein zentraler Teil in Bazon Brocks gleichnamigen Buch „Ästhetik als Vermittlung“ (1977). Kernthese des Aktionslehrstücks: Das Publikum wird zum eigentlichen Akteur.
„Die Brocksche Wegwerfbewegung zielt nach vorn, denn wir wollen nicht an die Dinge unsere Erinnerungen binden, sondern an uns selber: an unsere Gesten, unseren sprachlichen Ausdruck, an Mimik und Verhalten. Wer nur sein Leben auf seine jeweilige Umgebung projiziert, der wird bald nichts mehr in den Händen haben. Die meisten Leute machen deshalb nur etwas aus ihrer Wohnung, nichts aber aus sich selbst“, Bazon Brock.